Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

„Mir ist irgendwie nicht gut. Ich hab Bauchweh, fühl mich total aufgebläht und hab schon wieder Durchfall.“ Kommt euch das bekannt vor? Jeder Mensch hat ab und zu Magenprobleme. Ob dahinter gleich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder gar eine Allergie steckt, lässt sich anhand von Tests feststellen. Welche Tests das sind und genauere Information zu diesem Thema und den bekanntesten Nahrungsmittelunverträglichkeiten, findet ihr in diesem Artikel.

Was ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Im Allgemeinen und einfach ausgedrückt umfasst eine Nahrungsmittelunverträglichkeit bzw. der oft gebrauchte Begriff einer Nahrungsmittelintoleranz, nur Unverträglichkeitsreaktionen ohne toxischen und / oder allergischen Hintergrund. Es ist eine angeborene oder im Laufe des Lebens erworbene Ablehnung des Organismus gegen bestimmte Substanzen. Es darf nicht mit einer Allergie verwechselt werden.

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit fehlen dem Körper bestimmte Enzyme, wodurch Symptome ausgelöst werden, die einer Allergie ähnlich sein können. Bei einer Allergie reichen jedoch bereits kleinste Mengen aus um Symptome wie beispielsweise ein Anschwellen der Zunge auszulösen. Bei einer Intoleranz kommt es erst durch die Aufnahme größerer Mengen zu Symptomen. Diese betreffen vor allem den Magen-Darm Trakt (Durchfall, Übelkeit, Erbrechen). Weitere Symptome können auch die Haut betreffen (unreine Haut, Rötungen der Haut).

Bei einer Nahrungsmittelintoleranz ist also nicht ein gestörtes Immunsystem für die Symptome verantwortlich wie bei der Allergie. Sie ist auf einen Enzymmangel zurückzuführen, der Verdauungsbeschwerden verursacht. Nimmt man kleinere Mengen des Nahrungsmittels auf, das Beschwerden verursacht, wird es vom Körper toleriert.

Die bekanntesten Nahrungsmittelintoleranzen sind die Laktoseintoleranz, Fructoseintoleranz Histaminintoleranz, sowie Zöliakie (Glutenunverträglichkeit).

Lakoseintoleranz

Ich selbst leide an einer Laktoseintoleranz. Ich hatte das nicht immer. Bis zu meinem 23. Lebensjahr konnte ich ohne Probleme Milchprodukte verzehren. Als kleines Kind war meine „Lieblingsmahlzeit“ Coco Pops. Ich hätte sie täglich zum Frühstück, Mittag- und Abendessen verputzen können. Doch dann hatte ich immer wieder Verdauungsprobleme, insbesondere mit dem Magen. Eine Ärztin hat mich schließlich zu einem Atemtest geschickt, wo eine mittlere Laktoseintoleranz festgestellt hat.

Bei einer Laktoseintoleranz fehlt dem Körper das Enzym Lactase, das den Milchzucker in seine Bestandteile spaltet, sodass ihn der Körper verdauen kann. Beim sogenannten H2 Atemtest (H2 = Wasserstoff) habe ich 25g reine Lactose in 250ml Wasser aufgelöst zu trinken bekommen. Danach musste ich in gewissen Abständen in ein Röhrchen blasen, wo der Wasserstoffwert gemessen wird. Wasserstoff entsteht, wenn der Darm den Milchzucker nicht verdauen kann. Bei mir erreichte ich nach zwei Stunden einen Wert von 14ppm. Das liegt in einem Grenzbereich (zw. 10 – 20 ppm).

Für den Test wichtig ist, dass man davor bestimmte Regeln einhält. Man sollte 12 bis 14 Stunden vor dem Test nichts mehr essen und nur mehr Leitungswasser trinken. Auch am Tag davor sollten keine ballaststoffreichen oder aufblähende Lebensmittel zu sich genommen werden (Kraut, Kohl, Zwiebel, Knoblauch, Lauch oder Hülsenfrüchte) und auf Vollkorkprodukte verzichtet werden. Die letzte Mahlzeit sollte auch kein Milchprodukt oder eine Frucht sein. Außerdem darf man 12 Stunden vorher nicht mehr rauchen oder Kaugummi kauen.

Diese Vorbereitung ist wichtig, um die Testergebnisse nicht zu verfälschen. Vor der Verabreichung der Lactose, wird nämlich ein Basalwert der Atemluft gemessen und der sollte nahe 0ppm liegen.

Fruktoseintoleranz

Bei einer Fruktoseintoleranz verträgt der Körper den Fruchtzucker (Fructose) nicht. Als Folge dessen entstehen im Körper Bakterien, die wiederum Probleme wie Durchfall, Blähungen oder Bauchschmerzen verursachen.

Um eine Fruktoseintoleranz festzustellen, kann auch hier ein H2 Atemtest gemacht werden. Das Prinzip ist dasselbe wie beim Test für die Laktoseintoleranz. Man bekommt hier 25g reine Fructose in 250ml Wasser aufgelöst zu trinken. Danach muss man in gewissen Abständen in ein Röhrchen blasen, wo der Wasserstoffwert gemessen wird. Ich selbst habe auch einen Fruktoseintoleranz Test gemacht, der aber glücklicherweise negativ ausgefallen ist.

Histaminintoleranz

Bei einer Histaminintoleranz fehlt dem Körper ein Enzym, um das mit der Nahrung aufgenommene Histamin abzubauen. Es können ähnliche Symptome wie bei einer Allergie auftreten (Hautrötungen, Juckreiz, Hitzegefühl etc.). Histamin kommt in bakteriell fermentierten Lebensmitteln vor. Das sind zum Beispiel geräuchertes Fleisch, viele Fischprodukte oder gereifte Käsesorten. Eine genauere Liste mit histaminhaltigen Nahrungsmitteln findet ihr hier.

Viele Studien zeigen, dass aber nur etwa 1% der Bevölkerung Europas an einer Histaminunverträglichkeit leiden. Frauen sind dabei eher betroffen als Männer. Eine Histaminintoleranz ist nicht immer einfach festzustellen. Verschiedene Möglichkeiten zum testen findet ihr hier.

Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
In den letzten Jahren gibt es fast schon einen regelrechten Boom von glutenfreien Nahrungsmitteln. Man findet mittlerweile in fast jedem Supermarkt ein kleineres oder größeres Angebot mit glutenfreien Lebensmitteln. Es scheint so als haben sich ganze Firmen darauf spezialisiert ein Sortiment an glutenfreien Produkten anzubieten.

Bei einer Zöliakie ist der Körper überempfindlich gegen Bestandteile von Gluten. Als Folge tritt eine chronischen Erkrankung der Dünndarmschleimhaut auf. Gluten ist ein Klebereiweiß, das in vielen Getreidesorten vorkommt: Weizen, Roggen, Gerste und Hafer. Sowie in deren Abstammungen und Kreuzungen: Dinkel, Grünkern, Kamut, Einkorn, Emmer und Triticale.

Mehrere Studien haben gezeigt, dass nur 1% der Bevölkerung in Industrieländern an einer Zöliakie leiden. Um festzustellen, ob man auch dazu gehört ist die einzig anerkannte Untersuchungsmethode die Gastroskopie (Magenspiegelung). Eine Zöliakie besteht ein Leben lang. Mehr und genauere Infos zu Zöliakie findet ihr hier.

Ich möchte an dieser Stelle nochmal ausdrücklich betonen, dass ihr nur auf die oben angeführten Tests zurückgreift, wenn ihr vermutet eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zu haben. In letzter Zeit bieten ausgesprochen viele Institute sogenannte Nahrungsmittel-Screens an, die über eine Blutabnahme durchgeführt werden. Diese Screens kosten nicht nur immens hohe Summen (bis zu 300€), sondern sind auch NICHT aussagekräftig. Sie sagen euch KEINESFALLS, dass ihr an einer Nahrungsmittelintoleranz leidet. Ich spreche aus persönlicher Erfahrung 😉

Mehr zu diesem Thema gibt es bald in einem neuen Artikel von mir!

Verfasst von

Hier teile ich mit euch einfache und gesunde Rezepte, mit wenig Zutaten und geringem Zeitaufwand, sowie meine Erfahrungen zu gesunder Ernährung.

9 Kommentare zu „Nahrungsmittelunverträglichkeiten

  1. Es kostet zwar auch, aber Bioresonanz stellt auch Allergien fest. Hab es ausprobiert.Nur das tolle ist, dass du über genau dieses Verfahren auch einiges los bekommen kannst…. bei mir war das so. Milchallergie, Gräser,….. Und es ist keine Chemie! Oder großartige Tests mit picksen ….du hältst was in der Hand, was verbunden ist mit dem Gerät…. weiteres nachlesbar im Internet…. ich fand es toll! Macht meine Heilpraktikerin

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  2. Liebe pinkkiiwii,
    schöne, gut verständliche Erklärung!
    Als Gesundheitsberaterin ärgere ich mich immer, dass selbst in Ernährungsfachzeitschriften, Nahrungsmittelunverträglichkeiten als Allergien bezeichnet werden.
    Gefällt mir 🙂
    Liebe Grüße
    Ottilie

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  3. ….leider werden Menschen mit Nahrungsmittelintoleranzen oft nicht ernst genommen und aufgeklärt.
    Die Umwelt hält sie für Hypochonder, sie haben zwar eine Diagnose, aber keine Ahnung wie sie damit umgehen können.
    Da ist Dein Blog eine gute Hilfe!
    Ich selber bin nicht betroffen, koche aber öfters für Menschen mit verschiedenen Intoleranzen.
    So wird es in Ottilies Küche wohl auch ab und an ein Rezept geben 🙂
    Liebe Grüße ….mach weiter so!

    Gefällt 1 Person

  4. …ich koche zweimal im Jahr für eine Frau mit genau Deinem Beschwerdebild. Als ich ihr eine kleine Torte buk, weinte sie und sagte, seit der Diagnose wäre es ihr erster Kuchen. Ich werde ihr Deinen Blog empfehlen, für viele leckere Genüsse 🙂

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